Richter (FDP) sieht Schwerpunkte für Landkreis: Infrastruktur, Demografischer Wandel, Ländlicher Raum

Für den Kreis Konstanz sieht Bundestagswahlkandidat Tassilo Richter (FDP) drei Themen, die von Bedeutung sein werden: Infrastruktur, Stärkung des Ländlichen Raum und Demografischer Wandel. Diesen möchte er sich im Falle eines Mandats wesentlich widmen und erläutert, welche Einzelpunkte er hinter den Aspekten sieht: „Der Landkreis Konstanz darf in Sachen Verkehr nicht vom Rest der Republik abgeschnitten werden. Wir sind dankbar für den Ausbau der B33, nun müssen wir uns vor allem dem Bahnverkehr, aber auch dem Erhalt des Flugplatzes Konstanz widmen. Denn in der Vergangenheit hat die Bahn wesentliche Bahnhöfe in der Region vom Fernverkehr entkoppelt – und mit der Singener Schleife droht weiteres Ungemach. Wenngleich der Regionalverkehr Konstanz mit der Landeshauptstadt künftig in engeren Kontakt bringen wird und der Anschluss in die Schweiz durch mehrere Züge pro Stunde sowohl von Konstanz als auch von Singen gewährleistet ist, ist er an das deutsche Fernverkehrsnetz umso schlechter. Und das für eine Region, die im Tourismus darauf angewiesen ist. Zur Infrastruktur gehört auch der Ausbau der Bahnhöfe, gerade in Konstanz muss endlich etwas vorangehen“, attestiert Richter, der zudem den Konstanzer Flugplatz im Auge hat: „Er ist kein Start- und Landepunkt allein für die Freizeitflieger, wie ihm oft vorgeworfen wird. Viel eher ist er eine Anbindung für Privatpersonen und Unternehmer, die auch für unsere Wirtschaft von Bedeutung sind. Nur, wenn Konstanz weiterhin auch aus der Luft rasch erreichbar ist, werden sich Betriebe für den Standort aussprechen. Denn für Firmen ist es notwendig, ihr Personal auch kurzfristig und rasch über weitere Strecken transportieren zu können. Da kann solch ein Flugplatz attraktiv sein. Auch ist das Thema Sicherheit ein wichtiger Punkt der nicht vergessen werden darf, der Flugplatz ist ein wichtiger Bestandteil im Sicherheitskonzept im Falle einer Katastrophe.“ Das Thema Überflughöhe der großen Verkehrsmaschinen von und nach Zürich wird laut Richter auch nicht offen diskutiert. „Der Flugplatz verhindert momentan, mit seiner Mindestüberflughöhe, den direkten Anflug über Konstanz nach Zürich, wenn der Flugplatz weg ist werden die 747 und A380 der Airlines sicher nicht mehr bereit sein  einen Umweg zu fliegen, sondern direkt über Konstanz donnern.“

In Bezug auf den Ländlichen Raum sieht Richter auch Chancen in Sachen Wohnungspolitik: „Beleben wir die Peripherie neu, dann kann dort Wohnraum genutzt werden, der in den Innenstädten vielleicht nicht so schnell zur Verfügung stünde. Nahversorgung vor Ort, Attraktivität der Agglomerationen, Ausbau der Infrastruktur in Vororten und kleinen Gemeinden: Auf dem Bodanrück und im Hegau  stehen viele Ortschaften vor dem Problem, für Familien und Neubürger nicht ansprechend zu sein, weil ihnen der Verlust von Lebensmittelläden, der Post, der Arztpraxis oder der Gaststätten droht. Hier müssen wir auf Innovation setzen und im Zweifel durch gezielte Förderung neue Anstöße geben, damit Regionen zum Vorzeigeprojekt werden, mit denen andere wiederum in Wettbewerb treten können. Staatliche Hilfsangebote zur Selbsthilfe, damit der Ländliche Raum wieder zu seiner Besonderheit findet, die er lange Zeit innehatte. Wir müssen bürgerschaftlichen Initiativen und denen, die das Wohnen im Grünen schätzen, Mittel und Wege an die Hand geben, ihre Umgebung auch für Andere schmackhaft zu machen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ich als Abgeordneter dabei helfen würde, mit gezielten Programmen neue Anreize zu schaffen, um beispielsweise die Wiederbelebung des Ländlichen Raumes voranzubringen. Gemeinsam mit dem Engagement der Menschen vor Ort, mit der Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen und auch der Förderung des Tourismus kann neue Prosperität in Ecken des Landkreises gebracht werden, die manch ein Politiker schon abgeschrieben hat“, zeigt sich Richter überzeugt.

In Anbetracht des Demografischen Wandels, der zunehmend mehr ältere Menschen hervorbringt, setzt Richter darauf, miteinander neue Quartierspolitik zu betreiben: „Wir müssen endlich ein gesellschaftspolitisches Klima schaffen, in welchem Wohnformen für die ältere Generation anerkannt werden. Es ist doch absurd, wenn wir genauso unnötig wie beim Standort von Flüchtlingsunterkünften nun auch das Betreute Wohnen zwar generell haben möchten, am liebsten aber nicht in unserer Nachbarschaft. Auch Pflegeheime sind keine Verhandlungsmasse, sondern gehören inmitten unserer Wohnräume. Hier braucht es Aufklärung und Bürgerbeteiligung, denn es geht zumeist nicht um die älteren Menschen, sondern um die Angst vor Neubauten, die nicht mit der Umgebung in Einklang zu bringen erscheinen. Wir dürfen Gesellschaftspolitik aber nicht zum Zankapfel um Bauprojekte verkommen lassen, denn es geht um die ältere Generation, der wir später einmal alle angehören werden. Sie möchte in Würde leben, da darf es nicht um baurechtliche Befindlichkeiten gehen“, sagt Richter auch im Blick auf entsprechende Debatten, die derzeit unter anderem in der Stadt Konstanz geführt werden und der sich überdies dafür ausspricht, eine sinnvolle Barrierefreiheit voranzutreiben, die heute mehr denn je darauf ausgerichtet sein muss, dem Bürger nicht nur bauliche Niederschwelligkeit, sondern auch Einfachheit in seinem Alltag zu bieten. „Hier schließt sich der Kreis zur Digitalisierung, die wir für alle Menschen öffnen müssen, ob alt oder jung, ob mit oder ohne Handicap. Und ich sehe in der Region noch Gesprächsbedarf, um die Sensibilisierung hierfür voranzutreiben. Das wäre eine Aufgabe für mich als neuen Abgeordneten“, so Richter abschließend.